Begeisterte Spiritualität - Befreiende Gemeinschaft - Persönliche Lebensentfaltung - Überzeugendes Leben © Akzentegemeinde 1993 - 2018 Links  |  Impressum  |  Haftungsausschluss Unsere Entwicklungsgeschichte 1. Vorgeschichte Der Traum: 100 junge Menschen im Gottesdienst Herbst 1980. Dem damals 24jährigen Gemeindediakon bot sich ein eigenartiges Bild. Abgesehen von ein paar Konfirmanden, die ihren Pflichtbesuch absolvierten, war er der jüngste Gottesdienstbesucher. Wo war die junge Generation? Ein Traum wurde geboren: In 10 Jahren sollen 100 Jugendliche im gottesdienstlichen Leben der Gemeinde ein Zuhause finden. Durch den Aufbau von Gruppen und Kreisen, Freizeiten, Turnieren und Jugendgottesdiensten hoffte man, wie andernorts auch, mit der Zeit die jungen Leute in den sonntäglichen Hauptgottesdienst und schließlich als Mitarbeiter/innen in den Gemeindealltag zu integrieren. Herbst 1990. 10 Jahre Jugendarbeit hatten Früchte getragen. Eine blühende Jugendarbeit war entstanden: 13 Kinder- und Jugendgruppen, je 2 Sommer- und Winterfreizeiten, Pfingst- und Konfirmandenlager sowie allerhand Turniere gehörten in den Jahresplan der evangelischen Jugendarbeit Sulzbach.  Die Erfolgskontrolle: Schock - die 4 %- Hürde Frühjahr 1991. Krankheitsbedingt brachen elementare Fragen auf, deren Beantwortung zu den Herausforderungen gehörte, vor die Gott stellte: Haben wir das Ziel unserer Evangelischen Jugendarbeit mit der traditionellen Strategie erreicht? Was hat die Jugendarbeit zum Aufbau der Gesamtgemeinde beigetragen? Wie viele junge Leute haben wirklich zu Jesus gefunden und bringen sich tatsächlich als integrierte Gemeindeglieder ein? Ist es gelungen sie in den Hauptgottesdienst zu integrieren? Eine rückwirkend erstellte 10-Jahres-Statistik (Herbst 1991) zeigte:  Insgesamt 43,8 % der Gesamtkonfirmanden waren mehr oder weniger intensiv durch die Ev. Jugendarbeit „gegangen”. Etwa 2-4 % konnten sich zu Jesus Christus bekennen. Auch die Gläubigen waren längst nicht alle im Gottesdienst zu sehen. Es ist ein Mythos, dass eine gute Kinder- und Jugendarbeit automatisch Gemeindewachstum bedeutet, selbst wenn sich die jungen Leute  für Jesus entschieden haben. Der herkömmlich-traditionelle Rahmen von Gemeinde bot Jugendlichen keine adäquate Form um sich zu integrieren. Es wird deutlich, dass dauerhaftes Christsein, wie auch immer geistlich geprägt, ohne Gemeindeintegration nicht anhält. Die Konfirmanden aus den „goldenen Zeiten” der Jugendarbeit von früher (die heute 30-50jährigen) waren und sind in unseren Gottesdiensten weitgehend nicht zu finden. Also schon damals fehlte eine erfolgversprechende Integrationsstrategie oder die alten Zeiten der Jugendarbeit  waren doch nicht so „golden" gewesen. Auch in Spitzenzeiten war es nicht gelungen, mehr als 20 Jugendliche zum Besuch des Hauptgottesdienstes zu bewegen. Die Integration in die Gesamtgemeinde gelang nicht - jedenfalls nicht bei uns. Das Ergebnis erschütterte. Waren die Mitarbeiter/innen der Vergangenheit alle nicht begabt gewesen? Haben sie alle die Botschaft Woche für Woche einfach nicht gut genug rübergebracht? Oder gibt es andere Wege die 4%-Hürde zu überspringen? Wenn so nicht, wie dann? Das war die Frage, deren Antwort die verbleibenden Mitarbeiter/innen beschäftigte. Wie baut der Heilige Geist weltweit seine Gemeinde? Die Vision "Akzente" entsteht Die verbliebenen 15-20 Mitarbeiter/innen sammelten sich und konzentrierten ihre Kräfte, um ein gottesdienstliches Angebot zu entwickeln, das zur Zielgruppe der Mitarbeiter/innen passen sollte. Eine der Hauptfragen hieß: “Wie müsste dieser Gottesdienst gestaltet sein um uns selbst zu erreichen?” Das Akzenteteam wollte innerhalb der Ev. Landeskirche nach Möglichkeiten suchen, kirchenfernen Menschen, vor allem Familien mit Kindern und Jungen Erwachsenen, deren Geschichte mit Gott irgendwann einmal liegengeblieben ist, Anknüpfungspunkte zum Wiedereinstieg zu bieten, sie zu integrieren und zu begeisterten Jesusnachfolger/innen zu machen. Vor allem hatten sie jene Menschen im Auge, die einst zum großen Durchgangsstrom der Evang. Jugendarbeit gehörten und deren Gemeindeintegration über den traditionellen Gottesdienst nicht gelang. Über den sonntäglichen Akzente-Abendgottesdienst versuchte das Pionierteam Menschen in Kleingruppen zu sammeln, dann zur Mitarbeit zu gewinnen, sie über Schulungsangebote zu fördern und in ihrem Glaubenswachstum zu stärken. So sollte, über den zielgruppenorientierten Gottesdienst als Zentrum, gemeindeintegrative Jugendarbeit gelingen. Schnell war deutlich: Das Akzente-Programm und der Erhalt der traditionellen Jugendarbeit schließen sich gegenseitig aus. Jugendarbeit im bisherigen Rahmen wurde als gescheiterter Traum von gemeindeintegrativer Jugendarbeit zu Grabe getragen. 2. Start- und Aufbauphase Am 14. März 1993 startete der erste Akzente-Gottesdienst mit 45-50 Gottesdienstbesuchern/innen in der Ev. Kirche von Sulzbach. Das Bistro als Kommunikationsmöglichkeit und Ort, um Kontakte und Beziehungen zu knüpfen, gehörte schon damals selbstverständlich dazu. Aus strategischen Gründen wurden die Gottesdienste von Anfang an jeden Sonntag gefeiert. Mit etwa 15 - 20 Mitarbeitern/innen begann dieses Projekt. Aus drei Musikern (zwei E-Gitarren und ein E-Bass) bestand die Band, die die gemeinsamen Lieder einführte. Ein Team von Bistro-, Technik-, Folien- und Werbungsleuten arbeitete mit. Ein paralleles Kinderprogramm existierte noch nicht. Nicht alle Verantwortlichen der Kirchengemeinde konnten diesen Neuansatz ohne weiteres nachvollziehen. So wurde das Akzente-Programm zunächst als Projekt bis zu den Pfingstferien eingerichtet, dann bis zu den Sommerferien verlängert. Erst in der Kirchengemeinderatssitzung vor den Sommerferien 1993 genehmigte man die Fortsetzung der Akzente-Gottesdienste nach den Ferien auf unbefristete Zeit. Manche Wogen glätten sich im Laufe der Zeit. Mit der Zeit formierte sich eine komplette Akzente-Band, für die Kinder wurde parallel zum Gottesdienst ein Kinderprogramm eingerichtet, die ersten Hauskreise aus Menschen, die im Akzente-Gottesdienst ihre Heimat gefunden hatten, entstanden. Das Verhältnis und das Zusammenwirken von traditioneller Gemeinde und Akzente verbesserte sich. Jugendausschuss und Kirchengemeinderat erlebten gemeinsame Klausurtage, freuten sich aneinander, ergänzten und bereicherten sich, auch wenn hier und dort die Tränen nicht ausblieben. 3. Gemeindebildungsphase Selbstverständnis, Leitbild und Leitungskreis Günstige Rahmenbedingungen trugen mit dazu bei, dass die Akzentearbeit sich kontinuierlich entwickeln konnte (z.B. die Hauptamtlichenkonstellation in Sulzbach, die Haltung der Pfarrer, des KGR, die Vision der Pioniere des Akzenteprogrammes als Glieder der Kirchengemeinde Sulzbach, u.a.). Die Organisationsstruktur wurde dem Entwicklungsstand regelmäßig angepasst. Dienstbereiche und eigenverantwortliche Bereichsleiter/innen wurden nach und nach aufgebaut und trugen zum Ausbau der Akzentearbeit bei. Seit Mai 1997 feierte Akzente etwa 2/3 seiner Gottesdienste, seit 1999 fast alle, in der Festhalle von Sulzbach. Der ursprüngliche Jugendausschuss ist 1997 zum Akzente-Leitungskreis umgewandelt worden. Im Hauptgottesdienst (September 1997) fand eine offizielle Einsegnung für diese Arbeit statt. Die Akzente-Rechnung wird seither als eigenständige Abrechnung dem Haushaltsplan der Gesamtgemeinde eingefügt. Im Herbst 1999 schuf Akzente auf Spendenbasis eine hauptamtliche Stelle für einen Anerkennungspraktikanten, um die vielfältigen Aufgaben besser bewältigen zu können und die Wachstumsgrenze hinauszuschieben. Längst ist das Akzenteprogramm zur Gemeinde geworden. Die Menschen reden von "ihrer Gemeinde" und stimmen mit den Füßen und ihren Herzen ab. Anfang der 2000er-Jahre wird ein Leitbild verfasst, das Gemeindelogo modifiziert und während der jährlich stattfindenden Gemeindestrategietage verabschiedet. Viele kennen nach nunmehr fast 20 Jahren Gemeindeaufbauarbeit nur eine geistliche Heimat in der Akzentegemeinde. Auch wenn die vielen Diskussionen und Verhandlungen manches Mal missdeutet wurden: Nie ging es um Separation oder Gemeindespaltung, sondern um die konsequente Einbindung in die Ev. Landeskirche und um die Umsetzung einer Vision, durch Gemeinschafts- und Gemeindebildung Menschen in die Kirche integrieren zu können, die sonst nicht erreichbar gewesen wären. Ortssatzung - Gemeinde in der Gemeinde Viele Gespräche über die Entwicklung von Akzente auf den unterschiedlichsten Ebenen unserer Kirche hatten 1999 dabei geholfen einen Weg zu finden, wie Akzente im landeskirchlichen Kontext als Gemeinde bestehen kann. Akzente wurde, vom Oberkirchenrat genehmigt, zur Akzentegemeinde in der Ev. Kirchengemeinde Sulzbach/Murr. Dies bedeutet: Akzente ist eine rechtlich unselbstständige Einrichtung, die selbstständig ihr Tagesgeschäft führt. Näheres wurde in der Ortssatzung geregelt, die bis 2007 alle 3 Jahre erneuert worden ist. Da die Ortssatzung die Weiterentwicklung der Akzentegemeinde zur selbstständigen landeskirchlichen Regionalgemeinde nicht unterstützte und die Bedingungen des Kirchengemeinderates zur Erneuerung der Ortssatzung für den Leitungskreis der Akzentegemeinde inakzeptabel waren, wurde diese ausgesetzt. Die Diskussion über den zukünftigen Status der Akzentegemeinde hält derzeit noch an.   Am 26.11.99 wurde es zum ersten Mal möglich, offiziell Mitglied in der Akzentegemeinde zu werden. Heute hat die Akzentegemeinde knapp über 200 Mitglieder. Durchschnittlich 120 Gottesdienstbesucher/innen besuchen zurzeit die Akzente-Gottesdienste. In etwa 18 Hauskreisen, die sich über die ganze Region erstrecken, teilen Menschen miteinander christliches Leben. Über 150 ehrenamtliche Mitarbeiter/innen engagieren sich und unterstützen die Akzentearbeit. Anstellung von hauptamtlichen Mitarbeitern/innen Inzwischen werden drei 50%-Stellen und eine 100%-Stelle über Spenden finanziert. Die drei 50%-Stellen sind 1) eine Jugendbildungsreferentin, die für die Entwicklung der Akzente-Jugendarbeit zuständig ist, 2) ein Diakon bzw. Erlebnispädagoge, der die erlebnispädagogische Outdoorarbeit der Akzentegemeinde verantwortet sowie 3) anteilig ein Jugendreferent, der die Jugendarbeit der Evang. Kirchengemeinde Sulzbach leitet. Die 100%-Stelle hat ein Diakon bzw. christlicher Lebensberater inne, der die Hauskreis- und Seelsorgearbeit von Akzente entwickelt. Der Leiter der Akzentegemeinde ist bei der Kirchengemeinde Sulzbach angestellt und wird über Kirchensteuerzuwendungen bezahlt. Akzente-Gemeinschaft Ostalb In den letzten Jahren haben sich zunehmend Menschen aus dem Gschwender Raum auf den Weg gemacht sich in der Akzente-Gemeinde zu beheimaten. Es sind zwei Hauskreise entstanden und ein regelmäßiges Akzente-Ostalb-Treffen. 2011 haben wir die Akzente-Gemeinschaft Ostalb ins Leben gerufen. Damit geht ein erster Schritt der Akzente-Vision, Gemeinden zu gründen, in Erfüllung.